Überraschender Besuch

Wird mir zwar gelegentlich gesagt, ich sei nicht der kommunikativste Mensch auf dieser Erde, vorwiegend wenn es um die Nutzung von WhatsApp ginge, melde ich mich trotzdem mal gelegentlich oder gebe Infos weiter, die ich unterwegs erhalte und für andere von Interesse sein könnten. Da ich gestern mit Rucksack durch die Straßen ziehend wiederholt angesprochen wurde, ob ich Wanderer oder Pilger sei, habe ich erfahren, dass es sowohl einen Wanderweg von München nach Venedig gibt, als auch einen Pilgerweg von hier nach Rom. Da ich pilgerbegeisterte Freunde habe, habe ich dies gleich weitergegeben und nach einer erst halbverrauschten Sprachnachricht die Bestätigung bekommen, Miguel kommt nach Venedig. Ob ich mich bis Samstag hier halten kann, weiß ich noch nicht zu sagen, aber da keiner von uns wusste, dass der andere vor Ort ist bzw. zu kommen gedenkt, ist die Überraschung beiderseitig gelungen.
Den Tag heute in Venedig verbringend, die Sehenswürdigkeiten bestaunend, Markusplatz und -basilika, die Seufzerbrücke und was es alles gibt, hatte ich am Abend dann doch so einige Schwierigkeiten, zurück zu Mario zu finden. Am Morgen hatten wir uns verpasst, sodass ich keine Nummer hatte, und obwohl ich mir zwar den Namen des Platzes, an dem seine Wohnung anliegt, auf der Karte notiert und die ungefähre Lage vermerkt hatte, kannte keine in der Nähe diesen Ort. Merke also, selbst Venezianer kennen sich nicht unbedingt in ihrem Labyrinth aus, wenn es um die kleineren Plätze geht. Nach einiger Zeit des Herumsuchens und vergeblichen Befragens von Menschen, fand ich in einer der diversen Gassen einen Menschen, der gerade eine Tür verließ, definitiv ein Anwohner also. Auch dieser konnte mir aber nicht weiterhelfen, nahm mich aber mit zur nächsten Eisdiele, wo ein Freund auf ihn wartete, gab mir erst einmal ein Eis aus (auch wir waren ins Gespräch gekommen und er begeistert von meinen Reisen; er selbst heißt James, stammt wie seine Frau Caroline aus Texas und ist regelmäßig mehrere Wochen im Jahr in Italien und besonders in Venedig) und hat über seinen Freund, der auf italienisch umliegende Geschäftsinhaber befragt hat, schließlich den Weg gefunden zum Campiello Colombina.

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