Alles wie immer

Acht Monate hinterlassen Spuren. Das Trampen läuft zwar wie eh und je, die Versorgung ist kein Problem und der Rest lässt sich sowieso nicht planen, aber ich brauche doch deutlich länger, um mein Zelt aufzubauen und wenn ich den ganzen Tag mit meinem Rucksack marschiere merke ich deutlich, dass ich außer Übung bin. Aber es wird wieder.
Nach einem Zwischenstopp für eine Nacht im Wald bei Luzern und einer längeren Dauer zur Durchquerung Italiens, als mir ehrlich gesagt lieb gewesen ist, bin ich heute schließlich in Monaco angekommen. Die letzte Etappe, von der Raststätte an der A8 in die Stadt, musste ich leicht improvisieren, da schlicht niemand nach Monaco wollte, aber mich zu Fuß über die Berge durchschlagend, hat's dann doch noch geklappt: Monaco, das von Island abgesehen) letzte mir noch unbekannte europäische Land westlich von Deutschland. Eines der kleinsten Länder der Welt, das am dichtesten besiedelte und vor einen Küstenstaat unwahrscheinlich bergig. Zwar gibt es, der geringen Größe geschuldet, nicht allzu viel zu sehen, aber alles in einen Tag zu packen ist trotzdem definitiv nicht zu empfehlen. Es ist machbar, aber einfach tierisch anstrengen, insbesondere mit einem Monstrum von Rucksack.
Da mir der dritte Teil der Madagaskar-Reihe am besten gefallen hat, hatte ich unterwegs goßen Spaß daran, die "Drehorte" zu entdecken. Für einen animierten Film, haben sich die Macher erstaunlich gut angestellt bei der Umsetzung von Realität und Animation. Angefangen natürlich beim Casino, über den Tunnel mit der Verfolgungsjagd bis grundsätzlich zur gesamten Stadt, gibt einem der Film, mit leichten Abweichungen natürlich, einen echt guten Eindruck von Monaco. Das Innere des Casinos konnte ich allerdings leider nicht sehen, da ich mit meinem Rucksack nicht rein durfte. Habe ich dafür noch Verständnis (wobei eine Gaderobe, an der man sowas abgeben könnte durchaus sinnvoll wäre), wurde ich bei der hier gerade laufenden Chinaausstellung abgewiesen icht etwa wegen meines Rucksacks, sndern wegen meines Outfits. Mag das auch nicht jedem zusagen, Hut, Rucksack, Tasche und alles, wenn da jemand in Badehose durch darf, ist mir diese Aussage doch unbegreiflich. Zumal der Rucksack auf Nachfrage nicht das Problem war, sondern wortwörtlich mein Outfit.
Der Japanische Garten ist herrlich zum Flanieren. Mir fehlt der Vergleich zum echten Japan, aber zumindest dem Bild, dass wir nicht dort gwesende Europäer von japanischen Gärten haben, entspricht er voll und ganz und lädt auch von der Gestalltung zum Verweilen ein: überall gibt es kleine Ecken und Eckchen, inmitten von Grün oder am Wasser, es gibt an mehreren Stellen Trinkwasserspender... Herrlich gemacht. Die Altstadt als solche ist nett, aber verglichen mit anderen aus der gleichen Epoche nicht herausragend, Palast und Kathedrale stechen allerdings ebenso sehr schön heraus wie das Ozeanografische Museum. Manche Ausstellungsstücke von diesem darf man sogar anfassen, da es sich bei diesem um eine Art Sea Life handelt. Highlight für Autofans wäre eine Aktion der hiesigen Anti-AIDS-Gruppe (ob akut oder dauherhaft kann ich allerdings nicht sagen), bei der man Ferrari fahren kann auf der hiesigen Rennstrecke, die, wie wahrscheinlich bekannt sein dürfte, mitten durch die Stadt führt. Da der Verkehr parallel normal weiterläuft, wird der Fahrer gestellt, aber es scheint ein Abkommen mit nder Polizei zu geben, da Geschwindigkeitsbegrenzungen für diese Ferraris hier nicht zu gelten scheinen. Besonders beliebt ist der Tunnel (Madagascarverfolgngsjagdtunnel), vor dem Horden von Touris jedes mal auf's Neue warten, wie die Fahrer beschleunigen.
Abends habe ich dann feststellen müssen, das die Warnung von einem der Männer, die ich unterwegs getroffen habe, leider doch zutrifft. Die Unmengen von Kameras, die es hier geben solle, scheinen wirklich zu existieren, auch wenn mir persönlich nur an einigen Plätze welche aufgefallen sind. Als ich mich aber auf die Suche nach einem Platz für die Nacht gemacht habe, wurde ich recht schnell von einem Wagen der Marine Police gestoppt, die mich anscheinend auf den Kameras verfolgt hatte. Die Beamten waren zwar nett, haben mich aber gewarnt, dass so etwas in Monaco verboten sei. Monaco sei anders als Frankreich, teure Autos und alles, und eben auch strengere Gesetze als bei den Nachbarn. Bevor die richtige Polizei käme, die wesentlich strenger sei (("Arschlöcher" haben sie nicht gesagt, es klang aber doch ein wenig heraus), solle ich besser gucken, dass ich mih anderweitig orientiere.
Gesagt, getan, habe ich mich, entgegenkommend wie ich nunmal bin, ab den Strand verzogen, und lasse an diesem den Tag hier ausklingen.

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