Nach Marokko war meine Weste ja arg in Mitleidenschaft gezogen gewesen. Von den diversen Spuren der Abnutzung von Reisen auf drei Kontinenten abgesehen, war das Schlimmste, ein Riss quer über die Brust. Grundsätzlich gefällt es mir zwar, dass man ihr ansieht, was sie schon alles erlebt hat, wenn man sie aufgrund dessen aber nicht mehr tragen kann, ist das doch etwas zu viel des Guten. Obwohl ich zwar nähen kann, mein tiefster Dank gilt Frau Festl, meiner Kunstlehrerin in der vierten Klasse, habe ich eine Freundin, die sie nicht nur reparieren, sondern erneuern könnte. Deshalb habe ich vor einiger Zeit Anja gebeten, sich ihrer anzunehmen. Nachdem ich nun also die letzten Eskapaden ohne meine Weste erlebt habe, konnte ich sie jetzt, zurück aus Prag, wieder abholen. Mein Outfit wäre also endlich wieder komplett.
Nach diesem kleinen Schlenker von Prag über den Süden Bayern, gilt es jetzt, ein Versprechen einzulösen. Vor meiner Abreise in Bielefeld habe ich Miguel gesagt, mich des „Dachboden des Grauen“ anzunehmen. Ich halte den Namen zwar für etwas übertrieben, aber ein bisschen Spaß verspricht er schon.