Auschwitz

 

Was soll man sagen über einen Ort, der als Massenvernichtungsstätte bekannt ist? Ich denke, über die Dinge, die dort passiert sind, lasse ich andere sprechen. Hier nur ein Zitat von Gerhard Bronner, das alles umfassen sollte, was sich in Kürze zu dem Thema sagen lassen kann: „Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.“

 

Für alle diejenigen, die noch nie dort waren, will ich aber zumindest die Gedenkstätte, die man heute dort findet, etwas genauer beschreiben. Auschwitz I ist sehr gut zu erreichen. Vor dem Eingang stehen einige Infotafeln, die einen ersten Einblick in die Geschichte des Ortes geben sowie eine Gedenktafel. Die Kasse, der Ort kostet Eintritt, befindet sich in einem Container, etwas separat vom Eingangsgebäude. Zur Auswahl stehen zwei Varianten des Tickets, das für Touren und das zur Selbsterkundung. Machbar ist beides, da auf dem Gelände überall ausführliche Infotafeln stehen, zu den Gebäuden, an Plätzen etc., da Selbsterkunder aber erst ab dem Nachmittag auf das Gelände dürfen, ist eine Führung gleich aus zwei Gründen besser. Nach der Führung durch Auschwitz I führt man mit dem kostenlosen Pendelbus zu, drei km entfernten Auschwitz-Birkenau, wo die Führung etwas später weitergeht, wobei natürlich auch die Möglichkeit besteht, auf dem Gelände zu bleiben und Birkenau später alleine zu begehen. Nach Birkenau endet die Führung, sodass man auch hier wieder die Möglichkeit hat, alleine dort zu bleiben. Ein wiederholtes Eintreten in Auschwitz I ist allerdings leider nicht mehr möglich. Es stehen Führungen in diversen Sprachen zur Verfügung sowie Audioguides. Während der Führung bekommt man Kopfhörer, die mit dem Mikro des Führers verbunden sind, es ist also sichergestellt, dass man auch alles mitbekommt, was gesagt wird. Es wird bei den Führungen darauf geachtet, dass nicht zu viele auf einmal stattfinden, damit es nicht zu voll wird.

 

Grundsätzlich sind die Führungen sehr gut gemacht, recht ausführlich, wobei leider nicht alles auf dem Gelände angesprochen wird. Man muss sich also entscheiden, ob man nach Auschwitz I dort bleibt und sich alles ansieht, dafür aber die restliche Führung in Birkenau verpasst, oder aber die Führung beendet, aber sich, sofern Interesse besteht, ein weiteres mal ein Ticket holt. Nicht ganz so gut durchdacht. Fast immer darf man fotografieren, lediglich an zwei Orten, dem ehemaligen Ersten Krematorium sowie den Ausstellungsräumen mit Überresten ist es aus Pietät nicht gestattet. Wie auch auf dem Gelände gibt es in den verschiedenen Ausstellungen überall Informationen und überall mindestens dreisprachig (Polnisch, Deutsch und Englisch). Von der „Stimmung“ des Ortes hat man, denke ich, einen sehr guten Wandel geschafft von Auschwitz, dem Vernichtungslager, zu Auschwitz, der Gedenkstätte. Zusammenfassend würde ich sagen, es lohnt sich zwar nicht, nur für Auschwitz noch dort zu fahren, sollte man aber in der Nähe sein, beispielsweise in Krakau, sollte man auf jeden Fall einen Tag dort verbringen.

 

 

 

Zu mir und meiner Reise, nach verlassen des Ortes hat ein Parkplatzwächter versucht mir zu helfen, auf selbigen eine Mitfahrgelegenheit für mich zu finden und mich später, nachdem dies leider nicht von Erfolg gekrönt war, schließlich selber zu einem Rastplatz auf der Autobahn gebracht. Bis Zory bin ich noch gekommen und liege jetzt in meinem Zelt, bereit für morgen und meine Rückkehr in die Goldene Stadt.