Vilnius

 

Vom Wohnheim aus zur Bushaltestelle, mit dem Bus zur Hauptstraße und von dort aus zu Fuß Richtung Stadtzentrum schlendern, an Läden vorbei, Menschen, einer Hochzeit, um dann doch endlich Vilnius selbst zu sehen. Nach einem ersten Bummel durch die Stadt, zieht es mich zuerst zur Kirche. Kirchen habe ich inzwischen viele gesehen, aber die in Vilnius fällt völlig aus dem Raster. Wunderschön gebaut im Stil eines griechischen Tempels, wobei sich die christlichen Teile im Inneren absolut harmonisch einfügen, ergibt sich ein Gesamtbild, wie ich es bei keiner Kirche jemals auch nur im Ansatz gesehen habe. Grundsätzlich gefallen mir sämtliche Arten von Kirchen, sonst würde ich sie mir nicht bevorzugt ansehen, wo auch immer ich bin, aber die Kathedrale in Vilnius ist mir, wahrscheinlich gerade weil sie so vollkommen aus der Art schlägt, bisher definitiv die liebste.

 

Von außen fügt sich das Bild wunderbar zusammen zwischen Kirche und der direkten Umgebung. Ich weiß nicht, ob das Umfeld der Kirche angepasst wurde oder die Architekten der Kirche deren Umfeld gerecht werden wollten, aber es stimmt einfach. Der separat stehende Glockenturm, der Palast, der ganze Platz sowie die von dort sichtbaren Teile der angrenzenden Altstadt. Herrlich. In selbiger war gerade ein Stadtfest mit Markt, meine Verpflegung war also gesichert und zu gucken gab es auch reichlich. Als Bonus konnte ich noch einige Bagels gegen ein Eis eintauschen an einem Stand :D Die Altstadt selbst ist sehr sehenswert, in einem deutschen Lokal (in dem enttäuschenderweise allerdings niemand deutsch spricht :D) wurde mir als Präsent ein warmes Essen serviert, was mir als bayrisch vorgestellt wurde, und nach dieser Stärkung habe ich mir die äußeren Gebiete mal genauer angeguckt. Vilnius ist mit über einer halben Millionen Einwohnern wie gesagt die größte Stadt des Baltikums, entsprechend viel sehenswertes gibt es ergo auch außerhalb der Altstadt. Die drei Kreuze könnte man hier namentlich eventuell einmal gehört haben. Neben dem Denkmal an sich bietet sich hier einem ein unvergleichlicher Blick auf die Stadt, der Aufstiegt lohnt also allemal. Zum Abschluss der Tour, nachdem ich wieder in der Stadt selbst war, bin ich dann noch den Burgberg hoch, um die Stadt in der Dämmerung versinken zu sehen, bevor ich mit dem Bus wieder zurück bin zum Wohnheim. Dort durfte ich dann erst einmal eine halbe Stunde lang die richtige Hausnummer suchen und im Haus dann endlich angekommen noch einmal eine halbe Stunde darauf warten, dass jemand nach Hause kommt, damit ich auch rein kann. Aber Technik sei Dank hatte ich Temeraire. Obwohl ich nach wie vor ein gedrucktes Exemplar jedem ebook vorziehe, haben diese unbestreitbar ihre Vorteile.