Riga, die Zweite

Das Übliche, Überschriften etc.

Riga selbst ist ja schon wunderschön, man muss sich definitiv die Zeit nehmen, sich auch außerhalb des Stadtzentrums umzusehen. Für Fans des Jugendstils sind die Elisabeta und die Alberta ein muss. Was aber bsonders begeistert, ist die Freundlichkeit der Menschen hier. Sobad man auch nur schon seine Karte rausgeholt und nach dem Straßennamen geguckt hat, wird man quasi augenblicklich angesprochen und gefragt, ob man Hilfe brauche, was man suche etc., auf Englisch und an jeder Ecke. Als ich mir die Zeppelinhallen, den hiesigen Marktplatz, angeguckt habe, habe ich spontan beschlossen, meine Vorräte aufzufüllen. Es war ziemlich am Ende des Markttages, einige Stände waren schon leer, andere am abbauen, warum also nicht. Mehr aus Spaß habe ich bei einem Stand mit Nüssen und getrockneten Früchten angefangen, ich bin ein Riesenfan, obwohl bei dieser Art Sachen die Haltbarkeit ja quasi vorgegeben ist. Trotzdem habe ich nicht nur dort einen Sack geschenkt bekommen, sondern gleich noch bei den beiden Ständen nebenan. Obst und Gemüse habe ich auch wieder reichlich, an einem Stand bin ich noch nichtmal zum fragen gekommen, als mir schon Sachen in die Hand gedrückt wurden. Ich bin hin, habe gefragt, ob man Englisch spricht und konnte kaum sagen, dass ich reise, als ich schon von einem Schwall von Worten umfangen wurde, mir wurden fünf Euro in die Hand gedrückt, die ich trotz dreimaligen Versuches partout nicht zurückgeben konnte und zwei Beutel mit Tomaten und Gurken quasi aufgenötigt. Alles in allem habe ich bestimmt zweieinhalb Kilo an Lebensmitteln bekommen gestern, exklusive des Kilos, dass ich an einen Obdachlosen verschenkt habe, der mich damit gesehen hat. Tomaten, Gurken, Erdbeeren, Apfel, Bananen, Brot, Aufschnitt, Rosinen, Nüsse, Kekse, Teilchen, es gibt wenig, was man mir nicht angeboten hat. Unterwegs wieder in die Altstadt habe ich zuerst einen Bekannten aus Riga getroffen, der mich vor zwei Tagen auf einen Kaffee einladen wollte, direkt im Anschluss Bekannte aus Helsinki. Vor der Felsenkirche habe ich wen nach dem Weg gefragt, der zufällig auch aus Deutschland war und mich jetzt hier in Riga mit dem gleichen Spruch empfangen hat, mit dem er mir damals den Weg gewiesen hat. Er reist ebenfalls, ist gerade mit seiner Freundin in Riga und ebenso wie ich unterwegs nach Vilnius. Aller guten Dinge sind drei, vll sieht man sich da ja wieder.
Beim Verstauen der ganzen Sachen später in der Altstadt wurde ich dann von hinten angesprochen, wie üblich auf Englisch, was hier nahezu jeder zu beherrschen scheint. Igor ist aus Estland, nahe Tallinn, hat vor zwei Wochen seinen Job als Programmerer für Tallinnk geschmissen, der Fährgesellschaft, mit der ich nach Helsinki und zurück bin, um jetzt mit seinem Fahrrad durch die Welt zu reisen. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden, sind später zusammen in meine Lieblingsbar in der Stadt und noch später in sein Hostel. Ich hatte nichts besseres vor und da es ja schonmal geklappt hat, geplant, dort nachzufragen, ob ich mir eine Unterkunft erarbeiten könnte. Vom Portier aus liebend gern, er hätte mich auch eingeladen, nachdem wir ins Gespräch gekommen waren und ich ihm ein paar Schwenke meiner Reisen erzählt habe, sein Boss war allerdings nicht zu überzeugen. Als ich daraufhin wider abziehen wollte, hat Igor darauf bestanden, mich für die Nacht dort einzuladen, wovon er auch nicht abzubringen war, weshalb wir uns dann zu dritt einen netten Abend im Hostel gemacht haben. Igor und ich reisen, Fin studiert Programmierer und ist sehr daran interessiert, auch einmal loszuziehen, gibt also reichlich gemeinsame Interessen. Ich hatte mehr als genug Kekse und Kräcker, Tee gab's in der Küche, war 'ne lange Nacht.
Heute folgt dann der nächste Versuch, Riga abzuschließen, um danach nach Vilnius zu ziehen.