TNT

 

Tarzan&Tunis

 

Es noch einmal über den Tunnel zu versuchen, wäre vergeblich. Zu schwimmen ist Tunis nicht in der Lage. Um England doch noch zu entkommen, bleibt als einzige Möglichkeit die Fähre in Dover.

 

Auf meiner Karte finde ich in weiter Entfernung eine Tankstelle am Highway. Zu Fuß zu erreichen, sofern mit eben in Reichweite kommt. Trampen von der Tesco kann man vergessen, aber schnell finden wir den Weg zurück zum Bahnhof. Ein letztes Mal noch hilft uns unser Wissen über den englischen Zugverkehr und bald sind wir an der letzten Station, bevor es zur Tanke geht. Über ein paar Feldwege noch und wir sind da. Da es ohne Probleme aber ja langweilig wäre, finden wir in dem Besitzer der Tankstelle einen so gutherzigen Menschen, dass er uns nicht um das Vergnügen bringen will, ganz klassisch an der Straße zu trampen, anstatt es an seiner Tankstelle zu versuchen. Das nahe gelegene Einkaufszentrum hilft uns zwar ungemein beim Frühstück, Glück beim Trampen ist aber leider auch hier Fehlanzeige und wir kehren zurück zu den Wurzel des Trampens, ganz klassisch auf der Straße. In England haben wir nun aber reichlich Erfahrung gesammelt, wie es sich hier gut trampen lässt, wir wissen genau, wie und wo wir zu stehen haben, vor allem an welcher Abfahrt zum Highway, und bald sind wir wieder unterwegs. Vom Higway abzweigend bald auf der Landstraße und nach einer letzten Pause auf der Straße, sind wir in Dover. Am Stadtrand wohlgemerkt, zu Fuß gilt es also noch, den Hafen zu erreichen.

 

Trampen mit der Fähre. In Pembroke Dock hat es ja so wunderbar geklappt. Mich von Tunis aufmunternden Worten nicht entmutigen lassend, habe ich aber diesmal einen Plan. Gut, den hatte ich damals auch, aber reden wir nicht mehr davon. In Dover auf dem Parkplatz, wartend auf die Fähre, gibt es unzählige Touristen. Anstatt diesmal also direkt zum Schalter zu gehen und zu fragen, was man tun kann, die Fähre zu erreichen, halten wir hier jetzt Ausschau nach entsprechenden Kennzeichen. Frankreich, Holland, Belgien, vielleicht sogar Deutschland. Touristen auf dem Rückweg zum Festland. Davon gibt es einige, die meisten aber so voll beladen, sei es mit Menschen oder Dingen, dass wir beim besten Willen keinen Platz mehr hätten. Tunis, entmutigt und gezeichnet vom Hummus, versucht es sichtlich erschöpft weiter, während ich indessen ein Wohnmobil ins Auge gefasst habe. Das Kennzeichen ist nicht nicht zu erkennen, aber es ist unverkennbar weiß. Deutsche.

 

Ein älteres Ehepaar, beide Renter, vermutlich auf dem Rückweg nach Hause. Da der Mann mit seiner Kamera ein Foto macht von seiner Frau und dem wagen, biete ich mich an, ein Foto mit beiden zusammen zu machen. So ins Gespräch gekommen, erfahre ich, dass sie tatsächlich zurück nach Deutschland fahren, ihr Wohnmobil reichlich Platz bietet und es keinerlei Problem darstellen würde, uns beide mitzunehmen, auf die Fähre und noch weiter. Tunis, frisch von mir herbeigewunken, ist begeistert. Im Gespräch erfahren wir nicht nur, dass sie gerade zurück aus Irland kommen, von einer Rundreise über die gesamte Insel, sondern auch ihr Ziel.

 

Nach einer vielstündigen Fahrt, quer durch Frankreich, Belgien und Holland, nähern wir uns endlich wieder heimischen Gefilden. Wuppertal liegt zwar nicht ganz auf dem Weg zurück nach Leichlingen, uns zum Gefallen fahren sie aber einen kleinen Umweg und setzen uns in Vohwinkel wieder ab, gleich unweit der Schwebebahn. Mit Tunis' Ticket, nach 19 Uhr gilt es für zwei, sind wir schnell wieder in Oberbarmen, mangels Bustransfer nach Beyenburg um diese Zeit ruft er das Taxi Mama. Nicht ganz das Ende, dass wir vorab geplant hatten, aber ein Trip, der seinesgleichen sucht. Wir sind zurück.

 

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