Von unserem Zeltplatz im Park, mit wunderschöner Aussicht über die Keltische See, ging es erstmal so überhaupt gar nicht weiter. Die Tankstelle im Ort lag zwar recht nahe am Ortsausgang, aber weggefahren ist irgendwie keiner, schon gar nicht in unsere Richtung. Irgendwann hat sich aber ein älterer Herr unser erbarmt. In seiner Jugend selbst getrampt, kannte er die Situation, hat uns zu einer Tankstelle nahe der Landstraße gebracht, Highways gibt es hier keine, und uns gesagt, wie man in Großbritannien besser läuft mit dem trampen. Während es auf dem europäischen Festland am erfolgsversprechensten ist, Leute an Tankstellen gezielt anzusprechen, sei es in Großbritannien besser, dezent mit einem Schild dort zu stehen und zu warten, dass die Leute auf einen zukommen. Die direkte Konfrontation stoße sich mit der britischen Zurückhaltung.
Über verschiedene Landstraßen und durch mehrere Dörfer hindurch, sind wir irgendwann bei einem klassischen amerikanischen Diner gelandet, stilecht wie zur Zeit der Fünfziger. Nach einem ganzen Tag unterwegs, haben wir uns und wurden wir zum Abendessen eingeladen. Lucas, schon leicht fertig, hat sich kurz verabschiedet und mich bestellen lassen. Ich, der ich inzwischen ja weiß, was ihm schmeckt und was nicht, wollte ihm etwas Gutes tun. Wieder zurück war er von dem in Aussicht stehenden Gemüseburger allerdings nicht allzu begeistert und er hat sich sogar ereifert, mir meinen Burger zu entreißen, sollte er wirklich so etwas vorgesetzt bekommen. Der Junge ist wirklich völlig humorlos. Der ihm schließlich gebrachte Baconburger konnte ihn aber wieder etwas beruhigen.
Wieder auf der Straße, nun im Dunkeln, hat uns ein Mädel aufgegabelt. Einen Schlafplatz konnte sie uns nicht anbieten, da sie über das nächste Dorf aber nicht hinausfuhr und uns nicht im Dunkeln stehen lassen wollte, hat sie uns zum Bahnhof gebracht. Aufgrund von Gleisarbeiten gab es allerdings keine Züge mehr an diesem Tag. Stattdessen kam ein Reisebus, der uns nicht nur ein gutes Stück mitnehmen konnte, sondern auch gleich noch einen Umweg gefahren ist, um uns im nächsten Ort, in Shrewsbury, nahe der Stadtmitte abzusetzen. Nach einer umfassenden Besichtigung hatten wir dort schlafplatztechnisch aber leider kein Glück, sodass wir uns letzten Endes auf den Fußballplatz zurückgezogen haben.
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