Das Dorf

 

Imkouin heißt das Dorf, in dem das Haus steht, Fouads Stammdorf selbst allerdings liegt in den Bergen. Nach längerem Fußmarsch, erst der Straße folgend, später auf einen Weg abzweigend und von diesem dann einem Pfad folgend, den uns ein uns entgegenkommender Einheimischer gezeigt hat und selbst für mich stellenweise nur schwer als solcher erkennbar war, waren wir irgendwann da. Da es in manchen Häusern Strom gibt, finde ich Fouads Beschreibung eines mittelalterlichen Dorfes nicht völlig zutreffend, aber ähnlich ist es allemal. Das Wasser schöpft man sich aus Brunnen, die Häuser sind noch Handarbeit und wirklich auch als solche erkennbar, die Menschen tragen allesamt noch traditionelle Kleidung, auf den vorgelagerten Feldern hat uns ein Esel begrüßt. Das Haus von Fouads Großeltern ist als Ruine noch erhalten, seine Tante (auch hier hat er eine) konnte ihm beim Essen mit seinem Stammbaum zu diesem weiterhelfen. Zu essen gab es selbstgebackenes Brot, der Ofen in der Backstube im Haus ist den rußgeschwärzten Wänden nach seit Generationen in Betrieb, mit selbstgezogenem Gemüse und von dem Huhn hätte ich wahrscheinlich noch den Namen erfragen können. Strom sucht man in diesem Haus vergebens, viel näher ans Mittelalter dürfte man in diesem Fall wohl schwerlich kommen.

 

Nach dem Besuch bei seiner Tante sind wir zu einem seiner Vettern gegangen. Vor seinem Haus gibt es einen Feuerplatz, nachdem einer seiner Nachbarn in der Runde dort eingeschlafen ist, hat sich diese aufgelöst und bevor wir beide uns morgen aufmachen werden, zum Haus eines heiligen Einsiedlers aufzusteigen, bleiben wir die Nacht in Fouads Stammdorf.

 

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