Es gibt wohl nur wenige Namen, die so bekannt sind, über die viele aber gleichzeitig so wenig wissen, wie Casablanca. Zurückzuführen dürfte dieser Umstand auf den gleichnamige, vielen aber eben nur namentlich bekannten Film zu führen sein.
Von Rabat aus ging es heute gleich weiter. Nichtsdestotrotz hatte ich genug Zeit, mir den Vorort anzusehen, wo wir die Nacht verbracht haben. Der Ort mit dem Markt war war sehr schön, ziemlich ähnlich dem, wie man sich einen marokkanischen Ort so vorstellt, aber erwähnenswerter als diesen und für mich, obwohl mir dieser Umstand als theoretisches und teils auch bereits erlebtes Wissen bereits bekannt war, ist der Müll. Ich meine nicht den, den man gelegentlich in den Straßen sieht, das ist in Deutschland nicht anders. Ich meine den Hügel hinter der Stadt, der als Müllkippe genutzt wird und bei dem man zu großen Teilen nicht einmal mehr sieht, dass sich unter dem Müll ein Hügel befindet. Möglicherweise ist dem auch nicht mal so und Teile des Hügel bestehen nicht mal aus Erde, sondern aus gestapeltem Müll. Dass die uns bekannte (und selbst bei uns leider lange nicht immer umgesetzte) Mülltrennung nicht dem weltweiten Standard entspricht, sollte jedem klar sein. Dass es sehr viele Gegenden und Länder gibt, in dem gar kein Müll getrennt wird, auch (die deutschen Truppen in Afghanistan beispielsweise trennen den Müll in ihrem Lager, während die afghanische Müllabfuhr diesen wieder zusammenkippt). Und auch, dass es lange nicht in jedem Land überhaupt eine Müllabfuhr gibt, dürften noch viele wissen. Aber das direkt zu sehen und dazu noch in dieser Form, ist, für mich zumindest, echt erschreckend.
Da Fouad während meiner Tour bei seiner Großmutter geblieben ist, war ich alleine unterwegs und als erkennbarer Fremder Ziel zahlloser Blicke. Auf dem Müllhügel fand die Neugier der Einheimischen darin Ausdruck, dass mich einige Jugendliche angesprochen haben, ob sie ein Foto mit mir machen dürften und ein paar Meter weiter einige Kinder auf mich zukamen und sich unbedingt fotografieren lassen wollten. Von deren Gesellschaft selbst abgesehen waren diese wahrscheinlich darüber hinaus noch mein Glück, dass sie mir zu einem anderen Rückweg geraten haben als dem, den ich selbst gewählt hätte. Ob sich mir auf diesem wirklich wilde Hunde in den Weg gestellt hätten, habe ich nicht überprüfen wollen, aber die Gesten der Kinder waren sehr eindeutig und sie haben mich dann auf einen sicheren Weg begleitet. Am Ende von diesem bin ich dann um die anderthalb Dutzend ihrer Freunde in die Arme gelaufen, ich hatte meinen Spaß dort.
Wieder zurück, ging es für Fouad und mich wieder nach Rabat selbst und nach kurzem Stadtrundgang zum Bahnhof, um mit dem Zug nun endlich nach Casablanca zu fahren, wo wir in der Innenstadt eingesammelt wurden von seiner Tante, wo ich auf morgen warte, um mir zu dem reinen Namen endlich ein Bild zu verschaffen.
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