Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Und wenn zwei eine Reise tun,dann kann man sich begegnen.
Meine ganze Familie hat ja Spaß am rumreisen. In ihrer Jugend sind sowohl mein Vater als auch meine Mutter gereist, mein Bruder ist nach seinem Abi losgezogen, meine Schwester war ein Jahr in den Staaten nach ihrem, von zumindest einem meiner Onkel weiß ich, dass er unterwegs war (teilweise sogar an denselben Orten wie ich, wie ich unterwegs gehört habe :D), einer meiner Vettern war in Neuseeland, einer hat Australien unsicher gemacht... Die Liste ist also was länger und daher können mir auch diverse meiner Verwandte Tipps geben, was sich so zum Bleiben lohnt. Von meiner Mutter wurde mir die Algarve wählen, weshalb ich ja ursprünglich auf dem Hinweg nach Faro wollte. Jetzt auf dem Rückweg hatte ich das eigentlich nachholen wollen, aber, wie üblich, kam das Leben dazwischen. Diesmal in Gestalt von Hila.
Ich stand so in meinem Dorf, mit meinem Pappschild, der Rucksack lag auf dem Boden, ich war entspannt, hatte Zeit und es nicht wirklich eilig, weiterzukommen. Als dann aber doch was hielt, noch dazu ein Bulli mit Berliner Kennzeichen, ging die Reise weiter. Hila kommt aus Berlin (den Bus hat sie sich in Lissabon gemietet, das Kennzeichen war also nur ein Zufall), ist Programmiererin und da sie gerade mit einem Projekt fertig ist, auf Rundreise an der Algarve. Da der Bus ein Bett hat, in dem bequem sogar vier Leute Platz hätten, sie gerade Lust auf Gesellschaft hat und wir uns gleich sympathisch waren, sind wir die letzten fünf Tage halt zusammen weiter.
Der riesige Vorteil an so einem Bulli ist, dass man alles dabeihat. Neben dem Bett steht gleich die Küche, theoretisch wäre ein Kühlschrank vorhanden und wenn's einem irgendwo nicht mehr gefällt, fährt man eben weiter. Und wenn man von irgendeinem Ort weiß, an den man unbedingt möchte, fährt man einfach hin. Wesentlich einfacher als zu trampen muss ich sagen. Gerade wenn es sich um einen doch recht abgelegenen Ort handelt wie um Beispiel einen alten Hippistrand. Entstanden ist der als deutsche Kommune in der Hochzeit (Hoch-zeit, nichts mit Heirat) der Hippis und seitdem hat sich nicht allzu viel geändert. Zum Reisen ein absoluter Geheimtipp. Ich kann allerdings nicht sagen, wo genau er liegt, da ich es selbst nicht weiß :D Irgendwo am westlichsten Zipfel Portugals.
Über diesen Strand hinaus waren wir noch an verschiedenen anderen und allen gemein ist, sie eignen sich wunderbar zum Surfen. Das Wunderbare an diesem Bus ist, dass es eine komplette Surfausrüstung an Bord gibt, inklusive dreier verschiedener Größen an Neoprenanzügen. Langer Rede kurzer Sinn, ich war surfen. Ich würde nicht soweit gehen zu sagen, ich kann surfen, aber die Basics habe ich drauf, die Theorie inzwischen sowieso und sobald ich wieder die Gelegenheit habe geht's wieder ins Wasser.
Ihr merkt, ich halte es gerade relativ kurz. Da Hila wieder Richtung Norden wollte, mein Ziel im Süden liegt, sitze ich momentan an einer Tankstelle, wo sie mich eben noch abgesetzt hat, um wieder nach einem Lift gen Marokko zu gucken. Da ich dafür wieder durch die Todeszone muss, will ich so schnell wie möglich los, da sich das noch ziehen wird.
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