Willkommen in: A Coruña

 

Trampen und sowas :D Aus Porto raus hat's recht gut geklappt und irgendwann auf der Autobahn habe ich dann schließlich wen gefunden, der mich bis nach Santiago hätte bringen können, aber noch weiter ist bis nach A Coruña. Zum ältesten Leuchtturm Europas wollte ich sowieso, warum also nicht gleich durchfahren. Nach Lissabon müsste ich sowieso wieder nach Süden, Santiago liegt von hier also auf dem Weg.

 

Die ganze Westküste der Iberischen Halbinsel wurde in der Antike schon nicht nur von den Einheimischen dieser Region besiedelt, sondern bereits von den Phöniziern, dann den Griechen und später den Römern. Aus römischer Zeit, genauer gesagt aus dem dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, stammt der Herkulesturm, der älteste sich noch in Betrieb befindende Leuchtturm Europas. Wenn jemand von euch mal nach Santiago pilgern sollte, weiter nach hier oben sind's knappe sechzig Kilometer, überlegt's euch.

 

Um wieder auf mich zurückzukommen, via Auto ging es durch die Stadt durch, ein Stück die Küste entlang und bis zum Fuß des Turmhügels. Hinter dem Turm befindet sich als Mosaik eine riesige Kompassrose mit galizischen Schriftzügen drumherum. Ich selbst kann nicht mal Spanisch, zwei Leutchen meines Alters aber anscheinend schon, da sie sich auf Deutsch darüber unterhalten haben, was an Worten sie von dem Geschriebenen verstehen. Wie das eben so ist, man hört wen Deutsches, steuert einen Kommentar bei und schon hat man neue Bekannte. Cornelius und Janine sind Pilger, die von Santiago aus mit dem Bus weiter nach A Coruña sind. Abends wollen sie wieder zurück in ihre Herberge dort, aber tagsüber ziehen wir heute also zu dritt weiter.

 

A Coruña selbst hat nicht allzu viel zu bieten, aber die Sachen, die es hat, können sich sehen lassen. Wer Asterix kennt (die Comics in dem Fall), kann sich ein gutes Bild vom Leuchtturm machen. Er ist auf seinen Reisen ja recht gut rumgekommen in der Welt, Leuchttürme waren also auch ein paar zu sehen. Was anderes, was Asterixfans sehr geläufig ist, hat Asterix allerdings direkt in seinem Dorf und hier ist es nicht allzu weit vom Leuchtturm entfernt. Menhire, oder wie in den Comics: Hinkelsteine. Gleich dahinter ist noch ein Überbleibsel von den Kelten, ein Stonehenge in Miniatur. Miniatur ist hier allerdings relativ zu Stonehenge zu sehen und hei0t lediglich, dass es nur sechs Bögen sind :D

 

Am Kap war es das dann auch schon, zusammen sind wir dann noch durch die Stadt gezogen, bis wir abends am Bahnhof ankamen. Interessant hier ist: Kurz vor knapp, nach deren Maßstab sind das fünf Minuten vor Abfahrt, kann man kein Ticket mehr für den Zug kaufen. Cornelius hat zwar zwei bekommen, die aber erst für den Zug eine Stunde später gelten, folglich ist er damit nicht durch die Schranke gekommen. Der Sinn dahinter erschließt sich uns allen dreien nicht wirklich, da man schließlich selbst entscheiden kann, ob man es in der Zeit noch zum Zug schafft oder nicht, aber dafür haben wir eben noch eine Stunde im Bahnhofscafé verquatscht, bis sich unsere Wege dann wieder getrennt haben.

 

Zurück auf der Straße hab' ich mich irgendwann nach einem Schlafplatz umgeguckt und habe nicht nur einen mit einer fantastischen Aussicht gefunden, via Autostopp ging's nämlich bis auf die andere Seite der Felsen und direkt ans Meer, sondern ich bin gerade wahrscheinlich das erste Mal überhaupt unterwegs auf einem richtigen Campingplatz. Der steht hier jedem kostenlos zur Verfügung mit fließend Trinkwasser und allem. Meine Meinung: sowas braucht es öfter in der Welt! Nacht zusammen :)

 

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