Tönerne Kollegen

 

Ich hatte ja vor ein paar Tagen schon erwähnt, dass man leider nicht allzu oft Kollegen trifft unterwegs. Umso erfreulicher für mich, dass ich heute einige getroffen habe, die ich bis dato in China gewähnt hatte. Da ist der Großteil auch noch, aber einige hat wohl doch die Reiselust gepackt und die touren jetzt zusammen um die Welt. Momentane Station ist ein altes Stadtpalais in Porto.

 

Viel gesprochen haben wir nicht, die Bande ist recht schweigsam, und es sind nicht mehr alle gut in Schuss, bei ihrem gelinde gesagt gesetzten Alter ist das aber auch keine Schande. Aber zum Erzählen braucht es nicht immer Worte und an Geschichten mangelt es den Leuten ebensowenig wie an Geschichte selbst, nicht umsonst zählt die Terrakottaarmee als eines der Wunder dieser Welt. Bei Isabels Stadtführung durch die Altstadt Portos sind wir an dem Plakat der Ausstellung vorbeigekommen und auf dem Rückweg sofort rein. Wenn man die Gelegenheit bekommt, einige der berühmtesten Krieger der Welt zu treffen, wer ließe sich das schon entgehen?

 

Porto ist wunderschön, die Altstadt mit den verwinkelten Gassen, die alten Portweinbarken am Fluss, Kirchen und Palais', Denkmäler und Möwen. Aber mein Highlight waren die Terrakottakrieger. Seit ich das erste mal davon gehört habe, wollte ich sie sehen und hatte eigentlich gedacht, ich müsse damit warten, bis ich irgendwann einmal in China bin, d.h. ich habe heute nicht nur einfach irgendwas abgehakt zu sehen, von dem viele Menschen sagen: "Joa, müsste man mal gesehen haben", sondern ich habe wirklich etwas gesehen, von dem ich selbst gesagt habe: "Ich will das sehen. Ich will da hin und dieses Wunder mit eigenen Augen sehen." Nach China selbst will ich zwar auch noch, nicht nur für die Mauer, sondern für das Land als solches, aber die Terrakottaarmee konnte ich endlich selbst sehen, Jahre bevor ich je damit gerechnet habe. Und ich kann nur jedem raten, der jemals die Gelegenheit dazu bekommen sollte, Leute, seht es euch an!

 

Diese Ausstellung in Porto zeigt neben den Figuren selbst noch eine Kunst- und Alltagsgegenstände sowie Waffen, die mit ihnen gefunden wurden und gibt natürlich Hintergrundinformationen, zu China selbst, zur Geschichte des Landes, der Figuren, deren vermutlicher Herstellung etc. Bis auf den Film alles zweisprachig, dort hätte ich mir zumindest Untertitel gewünscht, aber alles in allem, sehr gut gemacht. Den ausführlichen Vortrag über die Terrakottaarmee spare ich mir jetzt aber, da kann man sich beizeiten gerne visavi zu unterhalten, aber guckt bis dahin bitte ins Lexikon ;)

 

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