Nach einer letzten Nacht in der Fabrik -- nebenbei bemerkt, welches Kind hat nichts schonmal davon geträumt, eine ganze Fabrik als Spielplatz zu haben ;) -- ging's Montagmorgen wieder nach Honningsvåg, von hier nach Nordvågen und zur Fabrik. Da ich bereits wusste, dass der Truck erst gegen drei, vier Uhr fahren würde, hatte ich mich bereits auf eine längere Wartezeit eingestellt, aber bis dahin hatte ich keine Ahnung, wie lang es wirklich werden würde.
Die Trucks hier holen Fisch oder Meeresfrüchte ab, die vor Ort gefangen und vorverarbeitet werden, d.h. sie sind vom Fang abhängig. Kein Fang, keine Ware, keine Fahrten, keine Trucks. Logisch soweit. Wenn es jetzt aber schlechtes Wetter geben sollte, sagen wir mal, natürlich rein hypothetisch, eine Polarsturmwarnung (der Nordpol ist wesentlich näher als die Hauptstadt), fährt nichts raus, folglich gibt's nichts zu holen. Der nächste Truck käme möglicherweise Mittwoch, aber zumindest wurde mir ein Zimmer angeboten, nachdem ich nach guten Plätzen für mein Zelt gefragt habe. Normalerweise für russische Saisonarbeiter gedacht, was nicht zu übersehen ist -- sämtliche Bücher und Filme sind auf russisch, der Fernseher ist auf russisch eingestellt und im Bücherregal liegt ein Kartenspiel, das ich bisher lediglich aus Filmen kannte -- dient es jetzt mir als Herberge, zusammen mit einem alten Letten, der kaum Englisch spricht. Aber er ist nett und hat mir erklärt, wie der Fernseher funktioniert. Seit gestern gibt's hier WLAN, das Passwort hab' ich auch von ihm, ich bin also zumindest zeitweise wieder erreichbar.
Dienstag hab' ich einen Ausflug nach Honningsvåg unternommen und abends gepackt, in der Hoffnung nun endlich wieder unterwegs zu sein, musste aber vom Fahrer hören, dass er mich zwar prinzipiell mitnehmen würde, aber noch ein zweiter Fahrer zusteigen wird, für mich also kein Platz wäre. Nach einer weiteren Nacht hier kam heute der nächste Wagen, der aber lediglich 20 km fahren würde, also wieder nichts für mich. Der Fahrer dieses Trucks hat aber zumindest seinen Boss angerufen und gesagt, dass hier ein Tramper wartet, sodass morgen vll ein großer Truck kommt, der nach Dänemark durchfährt und mich mitnimmt. Für mich heißt das aber erstmal, eine weitere Nacht hier zu verbringen und noch einen Tag rumzukriegen. Fernsehen wird auf Dauer langweilig, zumal ich die meisten Sendungen bereits auf Deutsch kenne, von der Dartscheibe ist gestern ein Pfeil zurückgeprallt und mir fast ins Gesicht geflogen, habe zum Glück lediglich einen Ritzer unterm Auge, die Gegend ansehen geht inzwischen nur noch bis vll eins, danach wird's dunkel und das Internet ist so langsam, dass ich auch damit wenig anfangen kann. Höhepunkt des gestrigen Tages war aber immerhin ein Fischotter, der mir vor die Füße gelaufen ist. Ich hoffe jetzt also auf den Truck morgen und gucke, dass ich den heutigen Tag auch noch irgendwie überstehe.
After my last night in the factory -- by the way, which chold never dreamed to have a whole factory for playing ;) -- I leaved Monday morning to Honningsvåg, away to Nordvågen and to the factory here. I knew, the truck would leave around three, maybe four pm, so I knew I had to wait, but I didn't know, how long it would take.
The trucks load fish or seafood, which is catched and first processed here, what means, they are just comming if something is catched. Logical. But now, if there is bad weather, maybe, just hypothetical, a warning for a polar storm (the North Pole is much closer than the capitol), every ship will stay in the haven, so no truck will arrive to take something. The next one is going to come maybe on Wednesday, but until this I have a roam to stay, after I asked for a good place for my tent they showed it to me. Normally thought for Russian workers, what's difficult to forget -- every book and movie is in Russian, the settings of the television are in Russian and in the shelf I found a card game I just knew from movies until now -- now it's for me and and old man from Letvia, who knows almost no English word. But he's nice and showed me, how the television works. Since yesterday we've got WLAN, the keyword I know from him, too, so I'm reachable again.
Tuesday I was in Honningsvåg and packed my stuff, hoping that I will leave the following day, but the driver told me, he would pick me up, but he will meet a second driver soon, so there would be no place for me. After the next night here today there was the next truck, but this one will just go 20 km, so nothing for me again. But this driver called his boss to tell him, there would be a hitchhiker waiting for a truck, so maybe there will be a big one tomorrow who is going one way to Denmark and with place for me. But this means for me at the moment, to spend another night at this place and to wait another long day here. Watching TV becomes boring very fast, and I know most of the stuff in German, too, from the dartboard an arrow bonced and almost hit my face, but luckely it just scratched my cheek, walking to see the area is jzst possible to maybe one pm, then it's become dark and the internet is so slow, that I can't do anything with it. But the highlight of yesterday was an otter, which crossing my way. So now I hope for the truck tomorrow and have a look to get through this day, too.
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