Es war schon richtig zu sagen, ich werde versuchen, Riga abzuschließen. Die Idee war eigentlich, nach meiner Rückkehr ins schöne Riga, also nicht jenseits der Düna, meinen Weg nach Vilnius zu suchen. Auf der Brücke Richtung Altstadt wurde ich allerdings von einem Mädel angesprochen, ob sie ein Stück mit mir laufen dürfe. Aus dem Weg über die Brücke wurde dann ein Spaziergang am Fluss, ein längerer Aufenthalt am Ufer desselben und schließlich eine Einladung zu Lauma (La-ouma gesprochen) nach Hause. Sie ist selbst längere Zeit gereist, inzwischen angehende Lehrerin und durch meinen Rucksack an ihre Zeiten unterwegs erinnert worden. Sie hatte viel zu erzählen, ich habe inzwischen auch die ein oder andere Geschichte auf Lager, zusammen kochen macht sowieso Spaß, es war ein netter Abend.
Heute Morgen dann ging es für sie zur Arbeit, für mich Richtung Stadtmitte und zum nächsten Versuch, nach Vilnius zu kommen. Mit dem Bus raus aus der Stadt, mit dem nächsten noch ein Stückchen weiter und gleich mal in die falsche Richtung, zu Fuß zurück zur richtigen Straße, bei der nächstbesten Pizzeria ein Schild gebastelt und kaum dass ich mit diesem dann endlich an der richtigen Straße stand, hatte ich schon einen Lift nonstop nach Vilnius. Wobei nonstop nicht ganz richtig ist, da ich vorher gefragt wurde, ob ich jemals typisch litauisch gegessen hätte und auf mein nein sofort von Jan eingeladen wurde. Wie es heißt, kann ich nicht sagen, es bestand allerdings aus gerösteten halbierten, mit Fleisch (Hackbraten?) gefüllten Kartoffeln und Gemüse und ist definitiv sehr zu empfehlen. Die aus einer Suppe bestehende Vorspeise eher weniger, wenn man nicht explizit auf scharf steht, mein Vater wäre wohl begeistert.
Nach diesem unerwarteten Mittagessen ging es dann noch direkt bis zu den Toren der Altstadt von Vilnius.